Gründung des JFV Bergstraße e.V.

Gründung des JFV Bergstraße e.V.

Quintett forciert die Nachwuchsarbeit Fussball

Bickenbach, Hähnlein, Nieder-Beerbach, Ober-Beerbach und Seeheim-Jugenheim gründen Jugendförderverein

Allianz für bessere Jugendarbeit: Die Mannschaft des Jugendfördervereins Bergstraße. Von links
Ralf Ludwig (SKG Bickenbach), zweiter Vorsitzender; Michael Meyer (SKG Ober-Beerbach),
Beisitzer; Roland Benkstein (Seeheim-Jugenheim), Schriftführer; Claus Desch
(Seeheim-Jugenheim), Vorsitzender; Beate Rathgeber (SKG Ober-Beerbach), Beisitzerin; Jens
Lautenschläger (SKG Nieder-Beerbach), Jugendleiter; Thorben Desch (Seeheim-Jugenheim),
Beisitzer; Armin Zeißler (SKG Bickenbach), Beisitzer; Marcel Gebert (Seeheim-Jugenheim),
Beisitzer; Volker Hellbusch (SKG Bickenbach), Beisitzer. Es fehlen Rechner Mathias Dilfer (SKV
Hähnlein) und Björn Bitsch (SKG Nieder-Beerbach), stellvertretender Jugendleiter.

Im Dezember 2013 gründeten die fünf Vereine SKG Bickenbach, SKV Hähnlein, SKG Nieder-
Beerbach, SKG Ober-Beerbach und SpVgg. Seeheim-Jugenheim den „Jugendförderverein (JFV)
Bergstraße.“ Ziele sind leistungsbezogene Förderung und Bindung des Nachwuchses an die
Stammvereine.

Was hat die Vereine zu diesem Schritt bewogen?

Die fünf Vereine betreiben seit Jahren nachhaltige und erfolgreiche Jugendarbeit. Bei den jüngsten
Jahrgängen Bambini bis E-Jugend erfahren sie Zulauf. Beim Übergang zu den Großfeld-
Mannschaften und in den älteren Jugend-Jahrgängen verringern sich Personal und Mannschaften.
Das hat unterschiedliche Gründe: Neue Freizeit-Aktivitäten, erhöhte Beanspruchung in Schule und
Ausbildung. Wechsel zu anderen Vereinen.
So war es bisher in höheren Jahrgängen für die Vereine schwierig, Mannschaften zu bilden, oder ein
qualitativ gutes Angebot für leistungsorientierte Spieler anzubieten. Teilweise wechselten diese zu
anderen Vereinen, obwohl diese nicht unbedingt in höheren Klassen spielten. Die Folge: Entweder
der Verein konnte keine Mannschaft melden oder gründete mit Nachbarclubs eine befristete
Jugendspielgemeinschaft. Die JSG Seeheim/Bickenbach oder JSG Bickenbach/Hähnlein haben
hierbei gute Erfahrungen gesammelt. Von Vorteil ist, dass sich Kinder aus der Melibokusschule oder
dem Schuldorf Bergstraße kennen.

Verbände reagieren auf die Probleme

Da dieses Problem überall besteht, haben Deutscher Fußball-Bund (DFB) und der Hessische
Fußball-Verband (HFV) den Vereinen kraft Satzung die Möglichkeit geschaffen,
Jugendfördervereine zu gründen. Damit kann planbare langfristige Zusammenarbeit organisiert
werden. Dies hat das Quintett nach vielen Gesprächen nun getan. Claus Desch, Vorsitzender der
JFV: „Es ist zwei Jahre gereift, wir haben es in Seeheim-Jugenheim und Bickenbach ausführlich
diskutiert. Die JHV ist unbefristet.“ Auch zahlreiche juristische und steuerliche Fallstricke seien aus
dem Weg geräumt: „Wir sind gut aufgestellt . Im JFV-Vorstand arbeiten Bankfachleute. Ein
Rechtsanwalt wurde zurate gezogen, ein Steuerberater wird noch gesucht. Die Vereinsvorsitzenden
müssen ja den Kooperationsvertrag unterzeichnen.“
Im Internet fanden sich eine Reihe von Modell-Projekten, die das Bergsträßer Quintett inspirierten.
Teilweise lagen die Kooperationsvereine in Nordhessen oder Niedersachsen bis zu 40 Kilometer
auseinander. Da haben es die fünf Bergsträßer Partner leichter. Hier beträgt der Aktionsradius
maximal zehn Kilometer. Desch: „Wir müssen uns eben zusammenraufen.“
Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen, die leistungsorientiert Fußball spielen möchten – aber auch
denen, die Fußball als Breitensport betreiben möchten – angemessene Angebote zu unterbreiten.
Durch die Bündelung der Aufgaben und Ressourcen sowie Synergieeffekte versprechen sich die
Gründerväter neben der Stabilität des Spielbetriebes qualitative Steigerung. Desch: „Wir werden
einen Elternbrief verfassen, um auch diese Seite mit ins Boot zu holen.“ Und für die Stammvereine
gilt: „Wir müssen fleißig Überzeugungsarbeit leisten.“
Spieler behalten Mitgliedschaft im Verein
Ein weiterer Vorteil dieses Modells: alle Spieler behalten die Mitgliedschaft in den Stammvereinen
und werden Mitglied im Jugendförderverein. Nach der A-Jugend wechseln sie zurück zu den
Wurzeln.

Welche Jahrgänge spielen im Jugendförderverein?

Von der D-Jugend (Jahrgang 2002/20303) bis zur A-Jugend (Jahrgang 1996/97) sind Mannschaften
vertreten. Dazu soll ein Angebot für Mädchen und Frauen reifen. Derzeit betreuen die Vereine zehn
Nachwuchsmannschaften. Ab der Saison 2014/25 im Sommer sollen acht bis neun Mannschaften
unter der Flagge der JFV Bergstraße spielen. Stephan Spengler, Pressewart der Fußball-Sparte der
SpVgg. Seeheim-Jugenheim: „Im Jugendförderverein werden circa 160 bis 180 Kinder betreut
werden.“
Hinzu kommen Gruppen von der G- bis E-Jugend, die weiter in den Stammvereinen verbleiben.
Spengler: „Es ist geplant, jede Mannschaft mit zwei Trainern zu besetzen. Mittelfristig sollen die
meisten die C-Lizenz besitzen.“ Desch: „Das soll unser Ziel sein.“
Wo läuft der Trainings- und Spielbetrieb?
Die Spielfelder der SpVgg. Seeheim-Jugenheim (Rasenplatz), SKG Bickenbach (Rasen- und
Kunstrasenplatz), SKV Hähnlein (zwei Rasenplätze), SKG Ober-Beerbach (Kunstrasenplatz) und
SKG Nieder-Beerbach (Rasenplatz) werden genutzt. Bei den Trainings- und Spielorten werden
Interessen und Bedürfnisse erfasst und berücksichtigt.

Wie finanziert sich der Verein?

Für die Kinder und Jugendlichen fallen keine Kosten an. Um den Spielbetrieb zu gewährleisten,
zahlen die Stammvereine einen vereinbarten Betrag pro Spieler an den Jugendförderverein.
Sponsoren und Spenden sollen den Etat aufbessern. Unterstützer der Jugendarbeit fördern das
Projekt ab zwölf Euro Jahresbeitrag. Desch: „Jeder Verein zahlt im Jahr pro Jugendlichem 70
Euro.“ Nach Erteilung der Gemeinnützigkeit darf der Förderverein Spenden-Bescheinigungen
ausfertigen. Sponsoren für Trikots und Bälle werden gesucht.

Artikel des Darmstädter Echo, Bild: Peter Henrich